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Zu Gast in der Aula des Leopoldshöher Schulzentrums: Kabarettistin Sia Korthaus

Leopoldshöhe (pk). “Völlerei, Wollust und Faulheit“ sind drei der Todsünden, wie die katholische Kirche sie lehrt. Die Kabarettistin Sia Korthaus ging in ihrem Programm „Lust auf Laster“ offensiv das Thema, in der Aula des Schulzentrums an.

Mit Laster, das macht Korthaus gleich zu Beginn klar, sind nicht LKWs gemeint. Auch auf Nachfrage im Publikum meldet sich kein Fernfahrer. Damit war diese Sache geklärt: Die Veranstaltung ist keine für Liebhaber schwerer Fahrzeuge. Ab sofort drehte sich alles um die Lust und die Freude an den eigenen Lastern. Zum Beispiel das der „Aufschieberitis“, oder auch eleganter gesagt: der „Prokrastination“.

Nein, auch der Putz Wahn gehöre bei ihr nicht dazu, erklärte Korthaus. Aber es sei doch bemerkenswert, dass die Wohnung viel sauberer sei, wenn zugleich die Steuererklärung anstehe – so viel zum Thema Faulheit. Die Völlerei: Shoppen gehöre für Korthaus dazu.

Wobei shoppen mit einer Freundin beziehungsgefährdend sein kann, wenn auch die Freundin dem Laster der Völlerei nachhängt. Die Freundin verlangt Ehrlichkeit, die – so erkennt Korthaus rasch – am Ende dann doch zu Verstimmungen führt. Die Freundin verlangt ein Statement zum neuen Kleid. Ob dieses den rund gewordenen Hintern auch gut kaschiere und sie nicht wie ein Nilpferd aussehe liesse.

Frau druckst herum, schließlich rutscht ihr doch heraus, dass der auf dem Rücken aufgedruckte Vogel ganz ähnlich dem sei, der auf den Rücken von Nilpferden gern zu Gast ist. Mit kleinen Geschichten, ging Korthaus so durch die Laster – oft mit langen Pausen zwischen den Sätzen.

Eingestreut wurden ein paar gesungene satirische Lieder und Chansons. Mit Kittel und Stock stand Omma Emmi auf der Bühne – die berichtete von ihren reichhaltigen sexuellen Erfahrungen und deckte damit das Thema Wollust ab. Ohne dabei – wie so viele männliche Kollegen bei solchen Gelegenheiten – unter die Gürtellinie abzurutschen.

Bewusstlosigkeit sei dabei kein Problem, meinte Omma Emmi: „Bewusstsein kann man nur entwickeln, wenn man das zwischendurch schon mal verloren hat.“ Zum dritten ist da Britta von Haselhof, eine Handpuppe, die gern eine Rampensau werden möchte. Bedauerlicherweise ist sie sehr schüchtern und kann kaum in eine Kamera sehen.

Korthaus bietet ihr ein Coaching während der Pause an. „Was doch ein Piccolo so bewirken kann“, meinte Korthaus Angesichts der nun verwandelt auftretenden Britta, die ein Füllhorn schlechter und ganz schlechter Witze ausschüttete. Die fürs klassische Kabarett wesenswichtige Politik, streifte Korthaus nur.

Es fielen die Namen Trump, Johnson und andere – ein satirisches Lied folgt. Das Publikum im gut gefüllten Raum freute sich an Witzen, Nettigkeiten, Formulierungen und erklatschte sich eine Zugabe.